London (Reuters) - Die Schwäche des Konkurrenten Thomas Cook spielt dem Reiseveranstalter TUI Travel in die Hände.

Der Start ins neue Jahr sei besser als erwartet gelaufen, teilte die an der Londoner Börse gelistete Tochter des deutschen Reisekonzerns TUI am Dienstag mit. Der Konzern habe bereits ein Drittel seiner Kapazitäten für den Sommer verkauft und auch die Buchungen über das Internet liefen gut. TUI Travel habe der Konkurrenz in Großbritannien, also vor allem dem angeschlagenen Konzern Thomas Cook, in den vergangenen Monaten deutlich Marktanteile abgenommen. Insgesamt verreisen jedes Jahr 30 Millionen Menschen mit TUI Travel.

Thomas Cook, in Deutschland mit Marken wie Neckermann, Bucher und Öger Tours vertreten, war im abgelaufenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht und stellt alle Geschäftsbereiche auf den Prüfstand. Der zweitgrößte europäische Reiseveranstalter war auch schlecht ins neue Jahr gestartet. Die Buchungen für den Sommer lagen in Großbritannien deutlich unter den Vorjahreswerten.

Im ersten Geschäftsquartal, das bei TUI Travel im Dezember endet, weitete sich der Verlust den Angaben zufolge auf 109 Million Pfund nach 86 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum aus. Reiseveranstalter schreiben im Winter üblicherweise Verluste - richtig verdient wird mit Sommerurlaubern.

An der Börse kam das Ergebnis nicht gut an. Die TUI-Travel-Aktie verlor 3,2 Prozent. Seit November hat der Kurs allerdings um die Hälfte zugelegt. Gründe dafür waren die Probleme von Thomas Cook als auch die Spekulationen, dass die Konzernmutter TUI Travel komplett schlucken könnte. Derzeit halten die Hannoveraner 55,5 Prozent. TUI-Travel-Chef Peter Long wollte das nicht kommentieren. "Ich kann lediglich sagen, dass wir einen sehr hilfreichen Hauptaktionär haben. Wer weiß, wie Spekulation und Realität sich entwickeln werden."