Frankfurt (Reuters) - Der TUI-Konzern hält an seiner Reisetochter TUI Travel fest.

"Die TUI AG hat keine Absicht oder Pläne, ihre Beteiligung an der TUI Travel zu reduzieren", teilte das Unternehmen aus Hannover am Mittwoch mit. Die TUI AG wolle ihre Rolle als Mehrheitseigner uneingeschränkt fortsetzen, um Wertpotenziale innerhalb der TUI-Gruppe zugunsten aller Aktionäre zu nutzen, hieß es. TUI dementierte damit eine Vorabmeldung des "Manager Magazins". Die Zeitschrift hatte zuvor ohne Angabe von Quellen berichtet, der neue Vorstandschef Fritz Joussen erwäge einen Verkauf der 57 Prozent-Beteiligung des Konzerns an TUI Travel. Das Paket ist an der Börse etwa 2,3 Milliarden Euro wert. Mit dem Erlös könnte die TUI eine Sonderausschüttung an die Aktionäre finanzieren sowie neue Investments in der Hotellerie und Touristik angehen, schrieb das Magazin weiter. An der Börse löste der Bericht kein Kursfeuerwerk aus: Die im MDax gelisteten TUI-Aktien verloren 0,3 Prozent, die an der Londoner Börse notierten TUI-Travel-Papiere lagen 1,3 Prozent im Minus.

Hintergrund der Planspiele ist ein Machtkampf zwischen Deutschen und Briten. Das eigentliche Reise-Kerngeschäft wird nicht von TUI aus Hannover gelenkt, sondern ist bei der Tochter TUI Travel gebündelt. Diese steuert 97 Prozent zum Konzernumsatz von 18,3 Milliarden Euro bei. "Sicherlich nicht optimal", nannte der langjährige Konzernchef Michael Frenzel die Struktur zu seinem Abschied vor vier Wochen. Überraschend wäre ein Ausstieg, da den Deutschen ohne TUI Travel kaum ein eigenes Geschäft bliebe. Fraglich wäre auch, wer den europäischen Reise-Primus überhaupt kaufen könnte. Rivale Thomas Cook ist derzeit mit sich selbst beschäftigt, saniert seine Geschäfte und baut Tausende Jobs ab.

Seit Jahren überlegt die TUI-Spitze wie TUI und TUI Travel wieder unter einen Hut kommen könnten. Im Januar war ein Anlauf für ein Zusammengehen bereits gescheitert. Die Übernahmegespräche zwischen beiden Unternehmen waren nach nur einer Woche auf Eis gelegt worden. Der angedachte Aktientausch wäre beim geplanten Austauschverhältnis nicht im Interesse der TUI-Eigner gewesen, erklärte der Konzern seinerzeit.